Draw Poker

Draw Poker war die bevorzugte Pokervariante im Wilden Westen. Als Wild Bill Hickok einmal eine Hand mit Assen und Achten hielt, wurde er rücklings erschossen, seither heißt dieses Blatt Dead Man’s Hand.
Draw Poker, seltener auch Geschlossenes oder Verdecktes Poker genannt, war lange Zeit die bekannteste Variante des Kartenspiels Poker, heute wird sie allerdings eher selten gespielt.

Zu Draw Poker zählen alle Varianten, bei denen der Spieler eine bestimmte Anzahl von Karten, meistens fünf, erhält, und daraus eine Hand bilden muss. Dazu hat er die Möglichkeit, bestimmte Karten zu tauschen.

Five Card Draw

Draw Poker war die bevorzugte Pokervariante im Wilden Westen. Als Wild Bill Hickok einmal eine Hand mit Assen und Achten hielt, wurde er rücklings erschossen, seither heißt dieses Blatt Dead Man’s Hand.
Five Card Draw ist eine bekannte und wahrscheinlich die älteste Pokervariante. Aus ihr entwickelten sich alle heutigen Ableger des Pokerspiels. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Variante dem Draw Poker zuzuordnen.

Spielablauf
Karten
Five Card Draw wird von zwei bis maximal sieben Personen mit einem Paket zu 52 Blatt französischer oder anglo-amerikanischer Spielkarten gespielt.

Teilen
Ein beliebiger Spieler teilt solange reihum die Karten einzeln und offen aus, bis ein Bube fällt. Wer diesen erhält, ist Geber in der ersten Runde. Nach jedem Spiel wechselt das Recht zu Geben im Uhrzeigersinn.

Vor Beginn eines Spieles zahlt jeder Spieler den festgelegten Grundeinsatz, das Ante, in den Pot. Dann erhält jeder Spieler fünf Karten einzeln und verdeckt. Die verbleibenden Karten werden verdeckt als Talon in die Mitte des Tisches gelegt.

Ziel ist es, die höchste Poker-Kombination zu erhalten, oder durch geschickte Spielweise (bluffen) die anderen Spieler zum Aufgeben zu bewegen.

Erste Wettrunde
Nach dem Teilen erfolgt die erste Wettrunde (Betting interval). Der Spieler zur Linken des Gebers hat als erster zu sprechen, d. h. er kann entweder abwarten (check) und keinen Einsatz tätigen oderwetten (bet), d.h. innerhalb der erlaubten Grenzen (Limits) einen Einsatz in den Pot zahlen.

Wartet dieser Spieler ab, so kann der nächste Spieler ebenfalls abwarten oder wetten, usw.

Sobald jedoch ein Spieler gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder halten (call auch mitgehen) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder erhöhen (raise) und einen höheren Betrag als der vorhergehende Spieler setzen, oder aussteigen (fold auch passen) – in diesem Fall legt der Spieler seine Karten verdeckt ab und gibt dieses Spiel verloren.

Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder

den Einsatz gehalten haben oder
aus dem Spiel ausgestiegen sind.
Ein Spieler darf innerhalb einer Wettrunde den Einsatz nicht zweimal in Folge steigern, es sei denn, ein anderer Spieler hätte zwischen den beiden Geboten erhöht. Wenn also ein Spieler die Runde mit einer Bet eröffnet oder einen Raise setzt und alle folgenden Spieler entweder halten oder aussteigen, so ist diese Wettrunde beendet.

Gewöhnlich darf in einer Wettrunde maximal dreimal erhöht werden. Nachdem ein Spieler eröffnet hat (bet), kann erhöht (raise), überboten (reraise) und mit einer dritten Erhöhung (cap) die Wettrunde abgeschlossen werden.

Kartentausch
Nach der ersten Wettrunde folgt der Kartentausch (Draw). Jeder Spieler kann nun die ihm unbrauchbar erscheinenden Karten verdeckt ablegen und erhält danach die gleiche Anzahl Karten vom Talon.

Üblicherweise darf ein Spieler höchstens vier Karten tauschen, doch sollte man diese Anzahl unbedingt vor Beginn der Partie vereinbaren, da vielfach der Tausch auf höchstens drei Karten beschränkt ist, manchmal aber auch ein Tauschen aller fünf Karten erlaubt wird.

Einmal abgelegte Karten verbleiben auf dem Tisch und werden dem Talon nicht wieder hinzugefügt. Keinesfalls darf ein Spieler seine abgelegten Karten erneut aufnehmen.

Falls die Anzahl der verbleibenden Karten nicht ausreicht, um alle Spieler mit neuen Karten zu versorgen, so werden zuerst alle Karten des Talons mit Ausnahme der letzten Karte ausgeteilt, anschließend werden alle früher abgelegten Karten eingesammelt, gemischt, und es wird weiter gegeben. Die letzte Karte des Stapels darf nie gegeben werden, sie wird stets zusammen mit den abgelegten Karten gemischt.

Der Sinn dieser Regelungen ist, dass die unterste Karte des Stapels infolge einer nachlässigen Handhaltung des Kartengebers von einem Spieler erkannt werden und dieser daraus einen Vorteil ziehen könnte.

Zweite Wettrunde
Nach dem Kartentausch folgt eine zweite Wettrunde. Der Spieler, der in der ersten Wettrunde zuletzt erhöht hat, bzw. falls keine Erhöhung stattgefunden hat, der Eröffner der ersten Wettrunde, muss als erster sprechen.

Sollten in einer Wettrunde alle bis auf einen Spieler aussteigen (fold), so gewinnt dieser verbleibende Spieler den Pot, er braucht sein Blatt nicht vorzuzeigen.

Showdown
Sind nach der zweiten Wettrunde noch zwei oder mehr Teilnehmer im Spiel, beginnt der Show down. Der Spieler, der zuletzt erhöht hat, bzw., falls niemand erhöht hat, derjenige, der die letzte Wettrunde eröffnet hat, muss seine Hand vollständig vorzeigen.

Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ihre Gewinnberechtigung nachweisen und ebenfalls ihre Karten aufdecken.

Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt und erhält den Pot.

Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt.

Der Pot kann natürlich auch schon früher gewonnen werden, wenn in einer Runde alle Spieler bis auf einen ihre Karten ablegen und aufgeben (fold).

 

Jackpots
Sehr häufig gilt die Regel, dass ein Spieler die erste Wettrunde nur dann eröffnen darf, wenn er ein Paar Buben (Jacks) oder ein höherwertiges Blatt besitzt, dieses muss er am Ende des Spieles vorweisen. (Die beim Tausch abgelegten Karten des Eröffners werden daher beiseitegelegt, damit der Eröffner, sollte er seine für das Eröffnen benötigte Kombination „zerreißen“, nachträglich beweisen kann, dass er eine zulässige Eröffnung in Händen gehalten hat.)

Wenn in einer Runde niemand eröffnet, so bleiben die Einsätze im Pot, und die Karten werden zusammengeworfen. Die Spieler zahlen wiederum ihre Grundeinsätze ein, und der Spieler zur Linken des Teilers gibt die Karten für das neue Spiel.

Der um die zusätzlichen Einsätze vermehrte Gewinntopf heißt Jack pot – diese Bezeichnung aus dem Pokerspiel ist in die Alltagssprache eingegangen (vgl. Jackpot).

 

Spiel mit Joker
Gelegentlich wird mit 53 Blatt gespielt, d.h. dem Paket wird ein Joker hinzugefügt. Der Joker kann – je nach Vereinbarung – jede beliebige Karte ersetzen, oder aber nur mit folgenden Einschränkungen (vgl. Pai Gow) verwendet werden. Der Joker wird im letzteren Fall auch „Bug“ genannt und darf nur

zur Vervollständigung eines Straight, Flush, Straight Flush oder Royal Flush oder
als Ass
verwendet werden.

Beim Spiel mit Joker bilden Fünf Gleiche (Five of a kind) die höchstwertige Kombination und schlagen ein Royal Flush. Wird der Joker nur als Bug verwendet, so sind Fünf Asse (Five Aces) die einzig mögliche Fünferkombination.

 

Triple Draw
Triple Draw ist eine spezielle Variante des Kartenspiels Poker, die üblicherweise als Fixed Limit-Variante gespielt wird.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler fünf verdeckte Karten. Es folgt die erste Wettrunde. Es folgen nun insgesamt drei Tausch- und Wettrunden. Das Finale ist wie üblich der Showdown.

Triple Draw wird meist Lowball gespielt. Das heißt, dass die schwächste Hand gewinnt. Es gibt zwei Möglichkeiten der Auswertung.

A-5 Triple Draw: Flushes und Straights zählen nicht. Asse sind die niedrigsten Karten. Die schwächste Hand wäre also A2345.
2-7 Triple Draw: Flushes und Straights zählen wie üblich. Asse sind die höchsten Karten. Die schwächste Hand wäre also 23457 in mindestens zwei Farben.
2-7 Draw wird teilweise auch als Single Draw, d.h. mit nur einer Tauschrunde gespielt, dann üblicherweise als No Limit-Variante. Man nennt diese Variante auch Kansas City Lowball. Dieses Spiel wird fast ausschließlich auf Onlineplattformen und bei der WSOP angeboten, da sie in der breiten Masse der Pokerspieler nicht besonders beliebt ist. Bis 2008 war das No Limit 2-7 Single Draw Turnier mit Rebuys eines der spektakulärsten Events der WSOP, da sich hier fast ausschließlich die Top-Profis der Szene versammelten und die Anzahl der Rebuys extrem hoch war.

 

Badugi

Die bestmögliche Badugi-Hand.
Badugi ist eine Variante des Kartenspiels Draw Poker. Jeder Spieler erhält vier Karten eines 52-Karten-Decks. Badugi wird üblicherweise im Format Triple Draw gespielt, kann aber auch mit nur einer Tauschrunde gespielt werden.

 

Regeln
Genau wie beim Triple Draw gibt es beim Badugi eine Wettrunde, gefolgt von drei abwechselnden Tauschrunden und Wettrunden. Wie bei der Variante Texas Hold’em wird mit Blinds gespielt. Ein Spieler (Dealer) erhält den Dealer Button, der Spieler links vom Dealer setzt den Small Blind, und der nächste Spieler setzt den Big Blind, der üblicherweise das Doppelte des Small Blinds ist. Der Spieler links vom Big Blind beginnt die erste Wettrunde. Badugi kann mit allen gebräuchlichen Arten von Limits gespielt werden. In der Variante Limit wird üblicherweise ab der zweiten Tauschrunde mit dem doppelten Einsatz gespielt. Sind nach der letzten Wettrunde noch mehrere Spieler in der Hand, kommt es zum Showdown und die beteiligten Hände werden gewertet. Der Spieler mit der besten Hand gewinnt den Pot.

Wertung
Die Wertung der Hände erfolgt nach der Wertungsvariante Lowball, mit folgenden Unterschieden:

Die Hand besteht aus vier statt fünf Karten.
Für die Wertung zählen nur Karten unterschiedlicher Farbe und unterschiedlichen Werts.
Hat man gepaarte Karten oder mehrere Karten derselben Farbe auf der Hand, wird eine der Karten gestrichen, bis man nur noch unterschiedliche Karten mit verschiedenen Farben auf der Hand hält. Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, Karten zu streichen, wird die bestmögliche Hand gewertet, die möglich ist. Eine Badugi-Hand kann also aus vier, drei, zwei oder auch nur einer Karte bestehen. Dabei gewinnt immer die Hand, die mehr Karten hält, und bei der gleichen Anzahl Karten die bessere Low Hand. Daher ist 4-3-2-A in vier unterschiedlichen Farben die bestmögliche Badugi-Hand.

 

Beispiele
9♠ 7♣ 4♦ 3♥ gegen J♥ 3♦ 2♠ A♣: Die erste Hand gewinnt, da sie die bessere Low hand ist, denn eine 9-low schlägt die J-low der zweiten Hand.
8♦ 3♣ A♥ A♠ gegen K♦ J♣ 9♠ 4♥: Die zweite Hand gewinnt, da sie aus vier Karten besteht und bei der ersten Hand eines der Asse gestrichen wird, so dass diese nur aus drei Karten besteht.
K♥ K♣ 7♣ 5♦ gegen K♦ K♠ 3♦ 2♠: Die erste Hand gewinnt, da der K♣ gestrichen wird, um die Drei-Karten-Hand K♥ 7♣ 5♦ zu bilden, bei der zweiten Hand müssen beide Könige gestrichen werden, und damit erhält man die Zwei-Karten Hand 3♦ 2♠.

 

Bedeutung
Badugi wird von einigen bekannten Pokerprofis nebenbei in privaten Runden gespielt. Man kann in einzelnen Online-Pokerräumen ebenfalls Badugi spielen, aber es ist keine so weit verbreitete Variante wie Texas Hold’em oder Omaha Hold’em und wird auch nicht bei den großen Pokerturnieren wie der WSOP oder der EPT gespielt.

Online wird Badugi mehr und mehr gespielt. So wurde bei der WCOOP 2010 (World Championship of Online Poker) auch ein Event-Badugi gespielt.

Quelle: wikipedia.org